Chile: Hoffnung auf Reformen?

Berlin: Veranstaltung mit Steve Kenner (Politikwissenschaftler)

Die SchülerInnen- und StudentInnenbewegungen kämpfen seit Jahren gegen das ungerechte Bildungssystem in Chile, das Teil des konservativ-hegemonialen Machtkonstruktes und Symbol für das neoliberale System ist. Schon in der ersten Amtszeit von Michelle Bachelet brachten die Proteste die Regierung gehörig ins Wanken.

Über 80 Prozent der Bevölkerung haben die StudentInnenbewegung uneingeschränkt unterstützt. Eine Vielzahl von regionalen Bewegungen, der Kampf der Mapuche und anderer Ureinwohnerorganisationen, die Wiederbelebung von Gewerkschaftskämpfen und viele weitere soziale Konflikte zeigen die gesell-schaftsübergreifende Suche nach Alternativen zu der bisherigen politischen Konstellation:

Auf der einen Seite die Konservativen, wahrgenommen als Privilegienhüter einer reichen Minderheit, und auf der anderen Seite die sogenannte Mitte-Links-Allianz, die sich praktisch mit dem neoliberalen Modell identifiziert hat und sich nicht an Reformen herantraut.

In diesem Spannungsfeld wird die moderate Michelle Bachelet noch einmal Präsidentin von Chile: Sie dürfte es schwer haben, die von ihr versprochenen Reformen durchzuführen. Für einfache Reformen hat die neue Präsidentin genug Sitze im Parlament – aber für Verfassungsänderungen bräuchte Bachelet eine Zweidrittel-Mehrheit, über die sie nicht verfügt.

Wie wird Michelle Bachelet dieses Mal mit den Herausforderungen umgehen?

Welche Chancen haben die sozialen Bewegungen als alternative Strömungen gegen die konservative Hegemonie?

Teilnahme frei. Anmeldung unter: global@bildungswerk-boell.de

Diese Veranstaltung wird realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Termindaten
Datum: 11.04.2014, 19:00 - 29.08.2026, 10:59
Stadt: Berlin
Veranstaltungsart: Vortrag und Diskussion
Veranstaltungsort: Bildungswerk Berlin der HBS, Kottbusser Damm 72, 10967 Berlin, (U7/U8 Hermannplatz)
Veranstalter: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung